| Die Schifferin vom Brienzersee - Geschichte - hier geht es zu Elisabetha Grossmann - die berühmte "la belle batelière" |
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Schon 1628 anerkennen die Gnädigen Herren von Bern in Brienz zwei Tavernen. Leider werden die beiden Gaststätten nicht näher bezeichnet. Aus späteren Erlassen geht aber hervor, dass die eine in Tracht bei der Sust, dem Umlade- und Lagerplatz der Schiffer und Säumer stand. Sie kann als Vorgängerin des Hotels Kreuz gelten. Die andere stand im Dorf, und diese wird später als "Bären" bezeichnet. Diese beiden Gaststätten haben sicher schon vorher bestanden Sie werden bis zum Umsturz 1798 immer wieder als einzig bewilligte Gasthäuser erwähnt.
1658 erscheinen zwei Wirte im Chorgerichtsmanual. Heini Schwartz wirkt in Tracht. Wo Bendicht zum Stein wirtet, wird nicht berichtet. Er müsste dem Gasthaus im Dorf oder der Wirtschaft in Wyler am Brünig (Brienzwiler) vorgestanden sein.
1683 bestätigt die bernische Obrigkeit den Brienzer Gaststätten das Wihrtschaffts Recht: "...zu Brientz im Dorf eine Taverne Wirtschaft, Davon £ 2. Bodenzins bezahlt worden Concediert von Mnghh.den 28. July 1683. Der izige besizer heisst Hans Fischer. Zu Tracht. Das Lendi Haus eine Taverne Wirthschaft, gehört dem Sekel Der Landschaft Interlaken. Zu Weiler am Brünig, eine Taverne Wirthschaft, hat der itzige besizer Hans Zum Stein seinem Gericht schriftlich eingegeben, so hier beigelegt ist."
1688 revidieren die Oberen in Bern das Wirtshauswesen in ihren deutschen Landen. Sie bestätigen zwei Tavernenrechte in Gericht und Kirchhöre Brienz (wohl Dorf und Brienzwiler) und eines in Tracht. - "Die übrigen 2 Pintenschenken als wider die Ordnung und überflüssig abgestellt." "a. Im Dorf allda, Tav. Wihrt Hs. Fischer, ist in Ordnung, Concession 1683. b. Zu Tracht Kilchhöri Brienz. Wihrt der Schiffmann Mathäus Michel, dieser ist Anno 1688. weilen es ein Schiff- port seye, Approbiert. - NB die Particularen so Eigen Gewächs (Reben) haben, können auch Jhr Wein ausschen- ken in Jhren Hauseren.
1709: Im Chorgerichtsmanual wird Hans Fischer, der Bärenwirt genannt und zum Pfarrer gewie-sen, weil der Venner Kehrli nach einem Besuch im Bären "an der Auffahrt ganz trunken in der Morgenpredig gewesen."
1716: Fridli Wyss, Hans Flück und Caspar Fischer werden vom Chorgericht um 10 Schilling be-straft, "wyl sie zum bähren die gantze nacht durch kurtzweilet, ... Dessgleichen ist der Wirth Hans Fischer, der ihnen blatz gegeben, auch umb 10 Sh angesehen worden."
1717 steht im Chorgerichtsmanual wieder: "Eodem hat der Wirth zum Bären Hs. Fischer wegen dess tantzens am vergangenen Schützenmahl die ihme auferlegten 2 Pfund zu zahlen versprochen."
1721: "Den 12. octobris ist Hans Fischer, der Wirth zum Bären, vermannt worden, er solle an Heiligen Tagen niemandem mehr mit Wein aufwarten, auch an den Sonntagen den Posaunisten (Kirchengesang-Begleiter), wann sie unter dem Vorwand sich zu exercieren dahin kommen, nicht zu viel Wein zukommen lassen, sonsten erdie straff der 10 Pfund buss werde zu gewarten haben."
1723: Weiterhin nur 2 Gaststätten: Das Gesuch des Leutnant Flück um ein Tavernenrecht lehnt die Obrigkeit in Bern ab, "... Weilen die allgemeine Wirthen-Ordnung in der Kirchhöri Brientz nit mehr als drey Wirtschafften zu giebet, als eine in Wyler am Brünig, und zwey zu Brientz, welche sich auch allda befinden, als des Bärenwirts Fischers eigeneWirtschafft, und die nächste vor dem Dorff gelegene in dem Länti-Hauss allda, allwo alle auff- und abführende Waarenschiff und Reysende ankommen
1726: Ein weiteres Gesuch des Leutnant Flück um ein Tavernenrecht wird abgelehnt.
1736: "Den 26. Mertz ist Hans Fischer der Wirth vor Chorgricht erschinnen, ware ihme vor-gehalten worden, dass er in dem Wirtshaus zulasse spihlen, welche beschuldigung er angenommen, mit beyfügen, dass er dennoch die Cartenspihl niemals zugelassen, wohl aber andere Kurtzwyl und zwar umb gelt." - Er wurde "nur" um 10 Schillinge gebüsst, weil man ihn erstmals derart beschul-digte.
1743: Die Tavernen im Dorf, zu Tracht und zu Wyler am Brünig werden alle drei anerkannt.
1758: Der Hausspruch am "alten Bären" lautet: Gott Segne dises Ganze Haus Und Alle Die da Gehen Zu Und Aus. Im 1758 Jahr. Hat Hans Fischer Ein Theil Von Diesem Haus Lahn Bauen har. Hans Fischer hat also den "alten Bären" nur teilweise erbauen lassen. Von ihm stammt wohl der Hauptteil mit dem Hausspruch. Ist der Westteil ein Rest des Altbaus oder ein späterer Anbau?
1785: In einem Kaufbrief um die halbe Säge und Reibe zu Ebligen zeichnen als Verkäufer Ulrich Mätzener, der Spitalmeister auf der Grimsel und Johannes Fischer der Bärenwirth zu Brienz. - Hans Fischer 1683, Hans Fischer 1723, Hans Fischer 1785: Vater, Sohn und Enkel?
1786 veranlassen die Gnädigen Herren wieder eine Reformation der Wirthschaften. "In der Kirchhöri und Gricht zu Brientz 2 Wihrt Zu Wyler am Brünig 1 Wihrt" In Brienz sind somit immer noch nur 2 Gasthäuser anerkannt.
1793: In der "Anleitung die Schweiz zu bereisen" von Johann Gottfried Ebel ist das Gasthaus zum Bären erwähnt: "Brienz: Wirtshaus Bär. Zwey Tage wöchentlich fährt hier ein Postschiff nach Interlaken, und hier findet man ein anderes, was nach Thun geht. - Von hier führt ein Sennenweg, der gefährlich ist, über die Hinterflüe ins Entlibuch."
1798: Nach der Schlacht beim Grauholz ziehen die Franzosen in Bern ein. Schultheiss Niklaus Friedrich von Steiger, der die Niederlage seiner Truppen im Grauholz miter-lebt hat, flieht mit seinem Begleiter Kpl Dubi zu Fuss über Wittikofen und Muri bis Allmendingen, von dort auf einem Fuhrwerk über Münsingen nach Thun. Nachts gelangen sie per Schiff nach Neuhaus und Unterseen, wo sie den Rest der Nacht verbringen. Wie sie am 6. März gegen Mittag beim Zollhaus Interlaken (Interlaken Ost) das Schiff nach Brienz besteigen wollen, werden sie von Landstürmern angepöbelt und bedroht. Der zufälligerweise anwesende Landweibel von Brienz, der Dubi aus holländischen Kriegsdiensten kannte, stellt sich schützend vor sie und begleitet sie auf dem Schiff nach Brienz. Sie steigen im "Bären" ab. Der Statthalter (Besitzer und Wirt?) Johann Fischer betreut die Gäste und verspricht sicheres Geleit über den Brünig.
Von Steiger entlässt Dubi mit reichlicher Belohnung, schafft mit den Schiffleuten ab und übernach-tet im "Bären". Am nächsten Morgen reist er begleitet über den Brünig, quert die Schweiz und gelangt über Lindau nach Augsburg, wo er 1799 stirbt.
1799, Helvetik: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit! Die helvetische Regierung erleichtert vorerst die Eröffnung neuer Gaststätten. Später ist sie auch zu Einschränkungen gezwungen. |
ca. 1920 |
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1801, Helvetik, Getränke-Patente, Verzeichnis von Brienz: Brienz: zum Bären, Aushängeschild Bär. Wirt: Michel Bendicht, Besitzer: Johann Fischer Brienz: uf der Gerbi, Aushängeschild zum Adler, Wirt: Hans Müller Tracht: Aushängeschild zum Steinbock, Wirt: Peter Holenweger. Die Sust-Wirtschaft zu Tracht, Vorgängerin des "Kreuz", hiess also vor 200 Jahren "zum Steinbock".
1802, Helvetik; Die helvetische Regierung erhebt neue Steuern. Die Behörden der Municipalitait (Einwohnergemeinde) haben Mühe, diese neuen Abgaben einzutreiben. Sie reagieren auf Mahnun-gen von oben mit dem Bericht, sie hätten den Wirten die neuen Weisungen betreffend Getränke-steuern "vorgelesen, communiciert und best möglich an die Pflichten erinnert, nämlich A. dem Bärenwihrt Bendicht Michel zu Brienz 2. dem Wihrt Hollenweger zu Tracht. Diese beiden Wirte und ihre Gaststätten erscheinen auch in späteren Protokollen.
1804: Die Zeit der Helvetik ist aus. Die Tavernen im Dorf, zu Tracht und zu Wyler werden auch von den neuen Behörden anerkannt Johann Fischer sitzt im Grossen Rat.
1809 untersagt die (mehrheitlich wieder patrizische) Regierung "angesichts der nachtheiligen Fol-gen einer weiteren Vermehrung der Wirtshäuser und Pintenschenken" die Errichtung weiterer Gaststätten.
Im Spätsommer 1812 wehrt sich Amtsstatthalter und Bärenwirt Johann Fischer gegen das Kon-zessionsgesuch für einen Schaalbetrieb des Landweibels Peter Schild. Begründung: Der "Bären" besitze seit langem das Recht, Vieh zu schlachten und Fleisch seinen Gästen und anderen Kunden zu verkaufen. Hier in Brienz schlachte zudem jedermann selber. Eine Schaal sei unnötig. Nachdem auch mehr als zwei Dutzend Brienzer gegen das Gesuch Schilds opponiert hatten, lehnte der Oberamtmann in Interlaken Schilds Ansinnen im Einverständnis mit der Regierung in Bern ab.
1816 nennt Johann Rudolf Wyss in seiner Anleitung "Reise in das Oberland" folgende Preise in Gasthöfen: Frühstück für eine Person, Kaffee, Milch, Brod, Butter, Honig 1 Fr. Mittagessen, sammt Wein 1 Fr. 8 Batzen Mittagessen ohne Wein 1 Fr. 3 Batzen Nachtessen mit Wein 1 Fr. 6 Batzen Nachtessen ohne Wein 1 Fr. Nachtlager 7 ½ Batzen
1848, Sonderbundskrieg. Gemeinderatsprotokoll: Beim Ankauf von Kartoffeln für notleidende Gemeindebürger schiesst der Bärenwirt Michel der Gemeindekasse eine ungennnte Summe vor.
1850, Gemeinderatsprotokoll. Bärenwirt Bendicht Michel soll als Nachfolger des verstorbenen Peter Gusset Posthalter werden. Die Schweizerische Postverwaltung verlangt Bürgen. Matheus Michel lahm und dessen Sohn Peter im Unterdorf (Verwandte ?) stehen für den künftigen Posthal-ter ein und werden vom Gemeinderat als habhaft bezeugt. Der Bären war also auch einmal Postbüro von Brienz.
1850. Gemeinderatsprotokoll: Folgende Wirthschaftsinhaber haben sich fpr das folgende Jahr 1851 für Wirthschaftspatente beworben und es wird ihnen daher das erforderliche Zeugniss ausgestellt, als: 1. Jakob Schild, Pintenwirth zu Brienz 2. Caspar Flück, " " " 3. Melchior Stähli, " " " 4. Johann Kehrli, Vater, Stubenwirth beim Giessbach 5. Johann Fuhrer, " am Fluhberg Die Gaststätten sind leider nicht genannt. Zwei Jahre vorher ist Bendicht Michel noch Bärenwirt, zwei Jahre später wird Bärenwirt Michel in einem Protokoll erwähnt; hier fehlt er. Mussten die drei Gasthäuser "Bären", in Tracht und in Wyler nicht alljährlich um Konzession nachsuchen ?
1852, Gemeinderatsprotokoll vom 19. Februar: "Der Bärenwirt Michel, der an der Gemeinde für Vorschuss zu Ankauf von Lebensmitteln £ 183.05 v. M. zu fordern hat," wird dafür an den Ar-menvogt gewiesen.
1852, 3. Juli: "Das Schreiben der Direktion des Innern vom 26. Juni 1852 betreffend die Wirth- schaften wird dahin beantwortet: 1. Die in der Gemeinde sich befindenden vier Gasthöfe seien beizubehalten. 2. Ebenso eine Speisewirthschaft. 3. Die Zahl der Winterwirthschaften wird auf 2 statt bis dahin 4 festgesetzt." Leider werden die Gaststätten wieder nicht genannt. Der "Bären" zählt aber bestimmt zu den vier Gasthöfen. Die Vermehrung der Gaststätten in Brienz von 2 auf zeitweise 9 weist auf regen Fremdenverkehr.
1852, 28. Juli: "Wirth Michel, Wirth Fluri und Wirth Schild werden beauftragt, das Einquartie-rungswesen auf ein Jahr zu besorgen und ihnen das Schreiben des Regierungsstatthalteramtes In-terlaken ..., laut welchem auf den 14. August 59 Mann (Militär) hier einquartiert werden sollen, zugestellt"
1852, 6. September: "Bärenwirth Michel fordert für gelieferten Schnaps zur Trachtbachschale pro 1850 £ 23.54." - Damals wurde an einer Trachtbachschale gebaut. Die heutige Schale entstand aber erst 1871, nach dem verheerenden Ausbruch von 1870. |
HOTEL PENSION DE L'OURS BAINS DU LAC BAINS DU LAC TENU PAR P. MICHEL, PROPRIETAIRE
Leider fand ich bisher keinen Hinweis, wann dieses Hotel von wem gebaut worden ist Vermutlich sind die Michels die Erbauer. |
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1853, 6. August: Peter Michel, Bärenwirths Sohn, hat als gewesener Kirchmeier von der Ge-meinde eine Restanz von Fr. 294 zugut, die zur Zahlung angewiesen wird.
Zwischen Bärenwirt Bendicht Michel und der Gemeinde wurden Grundstücke abgetauscht: Mi-chel überlässt der Gemeinde den Platz der 1852 abgebrochenen Pferdescheune gegen ein der Ge-meinde gehörendes Stück Boden, auf dem er die neue Pferdescheune errichten will. Handelt es sich wohl bei dieser um die zur Vergrösserung des Fischerbrunnenplatzes um Mitte des vorigen Jahrhunderts abgebrochene Bärenscheune westlich der Dependance ?
1876: Ein Zeitungsausschnitt zeigt die Ansicht von Südosten des früheren, damals wohl neuen Hotels Bären mit folgender Anschrift über, beidseits und unter dem Bild:
1883: Diese Gastwirte werden vom Gemeinderat für die Erteilung der Konzession empfohlen: 1. Mätzener Melchior, Rössli mit Beherbergungsrecht 10te Klasse Fr. 400.- 2. C. Meyer, ? ohne " 7te " Fr. 400.- 3. J. Jäger, Bären mit " 9te " Fr. 500.- 4. J. Schild, Sternen ? ohne " 7te " Fr. 400.- 5. Frau Neuenschwander, ? mit " 7te " Fr. 400.- 6. Wenger, Steinbock ohne " 7te " Fr. 400,. 7. Frau Hanauer, Kreuz mit " 9te " Fr. 500.- 8. Ed. Neuenschwander, ? mit " 10te " Fr. 400.- 9. Gebr. Hauser, Giessbach mit " 2 1800 " Fr. 900.-
1884, 4. Februar: Der Gemeinderat beschliesst, seine monatlichen Hauptsitzungen im Hotel Bä-ren abzuhalten, die Nebensitzungen nach Verfügung des Präsidenten.
1884, 3. März: Den Anteil an Wirtschaftspatentgebühren im Betrag von Fr. 550, den die Direk-tion des Innern der Gemeinde überwiesen hat, wird dem Schulgut zugeteilt.
1884, 20. August: Bärenwirt J. Jäger, von dem Heinrich Federer in seinem Buche "Am Fenster" erzählt, scheint unglücklich gewirtschaftet zu haben. Die Hypothekarkasse will die Gemeinde im Geldstag Jäger betreiben. Die Gemeinde ersucht um Einstellung der Betreibung bis Mai 1885 und will vom Einspracherecht Gebrauch machen.
1887: Der Gemeinderat empfiehlt die Wirtschaftspatentgesuche für die ab Januar 1888 beginnen-de neue vierjährige Periode wie folgt: 1. Frau Hanauer zum Kreuz für ein Patent 9. Klasse mit Beherbergungsrecht 2. David Werren " Bären " " " 9. " " " 3. Melchior Mätzener zum Rössli " " " 10. " " " 4. Jb. Flück zum Schützen " " " 10. " " " 5. Frau M. Wyss zum Tell " " " 10. " " " 6. Math. Kuster zum Löwen " " " 7. " ohne " 7. Heinr. Grossmann zur Helvetia " " " 7. " " " 8. Witwe Schild zum Sternen " " " 7. " " " 9. Friedr. Wenger zum Steinbock " " " 7. " " " 10, Catl. Soler zur Span. Weinhalle " " " 7. " " " 11. Frl. Hanauer, Schiffswirtschaft " " " 8. " " "
1890; Ein Bürge, der sich im Kauf zwischen David Werren, Wirt zum Bären, und der Geldstag-masse Jb. Jäger mit Herrn Friedrich Seiler verglichen hat, wird aus der Bürgschaft entlassen.
1892: Am Platze des ablehnenden Melchior Mätzener, Wirt zum Rössli, wird David Werren, Wirt zum Bären, vom Gemeinderat als Mitglied der Einkommenssteuerkommission gewählt.
1893: Ein Revers regelt die Benützung des Platzes unter dem Dach der Bärenscheuer. Gestützt auf diesen Revers wird Wirt Werren aufgefordert, seine Latten auf der Westseite der Scheuer zu entfernen. - Es muss sich um die einst an den Fischerbrunnenplatz grenzende Bärenscheune han-deln.
1894: Der Gemeinderat empfiehlt die Wirtschaftspatentgesuche nach neuem Wirtschaftsgesetz wie folgt: a. mit Beherbergungsrecht: Werren zum Bären XII. Klasse Frl. Hanauer zum Kreuz XI. Klasse Brb. von Moos zum Schützen XII. Klasse Melch. Mätzener zum Rössli XII. Klasse Jb. Wyss zum Tell XIV. Klasse
1894: Wirte und Wirtschaften 1894 Werren zum Bären, Frl. Hanauer zum Kreuz, Moor zum Schützen, Melchior Mätzener zum Rössli, Jakob Wyss zum Tell (im Kienholz), Mathäus Kuster zum Löwen, J. Blum zur Helvetia, Viktor Schild zum Sternen, Friedrich Wenger zum Steinbock, A. Albareda zur spanischen Wein-halle (später de la Gare, jetzt zum Adler). - Brienz - Kienholz zählte also 10 Gaststätten.
1896 verpachten die Besitzer des Hotels Rothorn Kulm und Erbauer der Rothhornbahn, A. Lind-ner und Th. Bertschinger, den Gastbetrieb auf dem Rothorn an Eduard Werren, Bärenwirt. Ein Mietvertrag vom 12. Oktober 1896 regelt die Pacht auf unbestimmte Zeit. Der Pächter hat den Betrieb des Hotels persönlich zu leiten. Der monatl. Pachtzins beträgt 30% der Bruttoeinnahmen.
1897: Ein Holzwarenhändler aus Freiburg im Breisgau empfängt Schnitzler im Hotel Bären (Inserat im "Brienzer" vom 27.2.1897) Für Schnitzler Ich bin am 9. und 10. März in Brienz, Hotel Bären Th. Knoll, aus Freiburg (Breisgau).
1906: Der Portier des Hotel Bären wird gebüsst. Gemeinderatsprotokoll vom 6.8.1906: "Gestützt auf den Rapport des Landjägers Reber werden die Hotelportiers von Bären und Kreuz wegen Widerhandlung gegen die Trachtplatzordnung gebüsst mit
a. Matth. Schild zum Bären Fr. 5.- b. Gottlieb Benkert z. Kreuz Fr. 8.-" Die vom Gemeinderat erlassene "Trachtplatzordnung" sollte verhindern, dass beim Bahnhof per Zug und Schiff ankommende Gäste von den Portiers und Gepäckträgern bedrängt würden.
1908: Familie Werren, Hotel Bären, wünscht häufigere Bedienung der Station Brienz-Dorf durch die Dampfschiffe. Der Gemeinderat unterstütz dieses Ansuchen, muss aber melden, dass "auch un-sere Bestrebungen um bessere Bedienung der Station Brienz-Dorf seitens der Dampfschiffgesell-schaft umsonst gewesen" sind.
1911: War David Werren auch Gemeindekassier ? - Ein Vermerk im Gemeinderatsprotokoll vom 4.12.1911 lautet: "Eine Rückverrechnungsliste von alt Gemeindekassier Werren mit Fr. 82.- wird angewiesen."
1914 - 1917 lebte Lenin in der Schweiz, vor allem in Bern und Zürich. Er soll sich - so wird hier berichtet - auch in Brienz aufgehalten haben. Im Hotel Bären sei er unter falschem Namen abge-stiegen. Später habe er sich in ein Weidhaus im Feld zurückgezogen, wohin er sich Post und Le-bensmittel durch einen Landwirt habe bringen lassen. Er sei auch aufs Rothorn gestiegen, wo er sich mit seiner Frau Nadescha Krupskaja, die von Sörenberg heruf stieg, getroffen habe. Leider fand ich in meinen Papieren hierfür keine Bestätigung. - Dass die Lenins in Sörenberg wa-ren, ist dagegen verbürgt.
1913: Abwasser von der ungeteerten Strasse schädigt das Hotel Bären und andere Anwohner. David Werren und Mithafte stellen das Gesuch an die Gemeinde um einen Wasserablauf. Der Ge-meinderat weist sie an den Staat, "da die Abführung des Strassenwassers Sache des Staates ist."
1915: Da es damals noch keine Eisschränke gab, wurde den Winter hindurch im alten Aarlauf oben am See Eis gewonnen und den Hotels als Kühlmittel verkauft.
1916: Bärenwirt David Werren beansprucht westlich seiner Scheune am Fischerbrunnenplatz ei-nen 1 Meter breiten Streifen Terrain. Der Gemeinderat findet das Gesuch begründet und will es der Gemeindeversammlung empfehlen. |
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918, gegen Ende des I. Weltkriegs. Französische Internierte sind im "Hotel Bären" und in an-dern Hotels einquartiert. Wie diese Internierten an andere Orte verschoben werden sollen, veranlas-sen die Hoteliers eine Delegation nach Bern, um die Wegführung dieser Gäste zu verhindern. Die Einsprache hat Erfolg: Die Dislozierung der Internierten unterbleibt bis zu ihrer Heimkehr nach Kriegsende.
Bis zur Einweihung der katholischen Kirche 1941 feiern unsere katholischen Mitbürger ihre Got-tesdienste in der Dependance des Hotels Bären. |
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1958: Brand des Hotels Bären. Am Versuch, Inventar vor dem Feuer zu retten, beteiligten sich auch gutwillige Helfer, die den Kopf verloren und mehr schadeten als nützten. Zerbrechliches wur-de zum Teil zu den Fenstern hinaus geworfen, Bettzeug wurde die Treppen herab getragen.
1959: Wiederaufbau des Hotels Bären. Die Brandruine wird abgerissen. Das neue Hotel wird von der Strasse weg seewärts aufgebaut. Die Bärenscheune westlich der Dependance wird abgerissen, der Fischerbrunnenplatz wird um Parkplatz erweitert. Der Bootshafen "Beckssee*, über den eine Brücke führte, wird zugeschüttet. Beitragsgesuch Werren: Die schwer geschädigte Familie Werren stellt ein Gesuch um Fr. 300'000 als Beitrag an die Rückversetzungskosten an Gemeinde und Staat. Die Gemeindever-sammlung vom 3.l0.1959 stimmt diesem Gesuch zu: Die Gemeinde leistet ihren Anteil von Fr. 150'000 unter der Bedingung, dass der Staat gleichviel übernimmt, und dass Familie Werren der Gemeinde Realersatz und Barbeiträge leistet: Bärenscheune, erforderliches Terrain an der Strasse zur Verbreiterung letzterer., Fr. 30'000 und weitere Fr. 30'000, zahlbar in 15 Jahren mit je Fr. 2000.-. |
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| 1995. Quaisanierung und Neubau des Bootshafens beim Hotel Bären. Die Sturmschäden vom 27./28. Februr 1990 ("Vivian") am Quai werden im Winter 1995/96 auch beim "Bären" behoben und der Bootshafen neu gestaltet. Das alte Seebad des Hotels Bären geht ein. | |