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Unter den Freiherren von Brienz und Ringgenberg
Seit wann gibt es wohl „Briens“? Die keltische Wurzel des Ortsnamens (*brig = erhaben, erhöht) lässt vermuten, dass die Gegend beim Burgstollen seit mehr als zwei Jahrtausenden so genannt wird.
Im 12. Jahrhundert tritt Brienz ins Licht der Geschichte. Es gehört bis ins 15. Jahrhundert einer Freiherrschaft an, die sich zwischen Unterwalden und dem expandierenden Kloster Interlaken während dreieinhalb Jahrhunderten zu behaupten vermag.
Vermutlich um 1140 lassen die Edlen von Brienz auf dem Burgstollen - neben ihrem festen Sitz, der Burg - ein hölzernes Kirchlein in ein steinernes Gotteshaus umbauen.
1146: Egelolf von Opelingen schenkt dem Kloster Frienisberg zwei Eigengüter zu Nugerol Champreyé und Wavre (zwischen Bieler- und Neuenburgersee). Seinen Bruder und Mitbesitzer Diethelm entschädigt er mit seinen Besitzungen Raron und Brienz. Das ist die erste urkundliche Erwähnung von Brienz.
1197: Ritter Arnold von Brienz gründet das Lazariter Frauenkloster Seedorf/Uri und stattet es mit Gütern in Uri und im Hasli aus. Sein Wappenschild mit aufrechtem, silbernem Löwen ist im Landesmuseum in Zürich ausgestellt.
Um 1212 schenken die Edlen von Brienz dem Benediktinerkloster Engelberg den Kirchensatz von Brienz (Recht, die Priester einzusetzen und das Kirchengut zu verwalten und zu nutzen).
1219: Die Edlen Cuno von Brienz, sein Bruder Rudolf von Raron und dessen Sohn bestätigen dem Abt Heinrich von Engelberg auf dem Kirchhof zu Visp und hernach den Kirchgenossen in der Kirche zu Brienz die Schenkung des Kirchensatzes.
1231: Cuno von Brienz erwirbt von König Heinrich VII. die Reichsvogtei über Brienz und das umliegende Ufergebiet.
Um 1240 baut Cuno von Brienz beim Dorf Ringgenwil, an der Grenze zum Gebiet des um ll30 gegründeten Augustinerklosters Interlaken, die Burg Ringgenberg und verlegt seine Residenz dorthin.
In einer Schenkungsurkunde, mit der Cuno, Vogt von Brienz, und sein Sohn Philipp dem Kloster Interlaken das Patronat über die Kirche von Goldswil und Grundbesitz abtreten, wird als Zeuge ein Uolricus de Svandon (Schwanden) erwähnt.
1275: Philipp von Ringgenberg, Vogt zu Brienz, verkauft dem Sohn des Leutpriesters von Hasli (Meiringen) für 72 Pfund ein Gut in Brienz, das einst dem Ritter Arnold von Brienz gehört hatte, und die Alp Hinterburg. Unter den Zeugen wird ein Petrus de Hofstetten genannt.
1305: Ritter Conrad von Bach und dessen Brüder Burchard und Ulrich von Hasli erwerben den Drittel einer Hofstatt in der Wies zu Brienz und einen Drittel der Planalp.
1306: Neun vom Freiherrn Peter von Thurn auf Planalp angesiedelte Walser aus dem Lötschental kaufen von Ritter Conrad von Bach, Burchard von Meiringen und dessen Bruder Ulrich Baumgarter um l65 Pfund Kapital und l8 Pfund jährlichen Zins die Hofstatt Wisa (Wies) zu Brienz und den Berg Planalp als Erblehen.
1308: Bern erneuert sein Burgrecht von 1275 mit dem Land Hasli und nimmt darin auch den Freiherrn Johann von Ringgenberg mit seiner Herrschaft auf. Brienz steht erstmals unter bernischem Schirm.
1309: Papst Clemens V. verleibt den Kirchensatz von Brienz dem Kloster Engelberg mit allen Rechten und Einkünften ein. Der Leutpriester von Brienz ist nun nicht mehr Kirchherr, sondern Vikar des Klosters.
1315: Morgartenkrieg Herzog Leopolds von Oesterreich gegen die Waldstätte. Unterwalden sucht Rücken-deckung und sichert dem Kloster Interlaken Frieden zu, solange die Klosterleute nicht gegen Unterwalden ziehen.
Im November fällt Graf Otto von Strassberg den Waldstätten über Brienz und den Brünig in den Rücken.
Weil Interlakner Gotteshausleute mit dem Heere Strassbergs gezogen sind, fallen die Unterwaldner raubend und sengend bis nach Grindelwald, Iseltwald und Habkern ins Klostergebiet ein. Erst 1332/33 kann Bern ei-nen Friedensvertrag vermitteln, wobei Johannes von Ringgenberg und seine Söhne als Zeugen wirken.
Dem Ringgenberger war es gelungen, sich und seine Herrschaft vom Streite fernzuhalten.
1334: Wernher Behein und seine Söhne sowie weitere Bauern aus der Dorfmarch Brienz übergeben die Othmarschwendi (Schweiben) mit Willen des Freiherrn Johann und dessen Söhnen Johann und Philipp einem Johann Jossi. |